Der 2. Tag

Da ich im Zelt übernachtet habe, bin ich etwas außerhalb von Rathenow gestartet. Eine etwas unruhige Nacht – es war recht kühl, Wildschweine in der Nähe und Hunde/Wolfsheulen. ###Nachtrag: Ich hatte den NABU wegen einer Wolfssichtung angeschrieben und gleich mal zur Region Rathenow befragt. Da wurde mir bestätigt, ist es durchaus möglich, dass es Wölfe waren.
Pulsmesser hat es am nächsten Tag bewiesen – mein Puls im Schlaf war höher als beim Radfahren. Normal hatte ich zu der Zeit einen Puls im Schlaf von 40-50.

Screenshot ist am abend des 5.10.2018 erstellt – man sieht genau, wann ich aufgestanden bin – etwas nach der Mitte zwischen 0 und 12 Uhr. Die Innere Unruhe aus unbekannte Umgebung, Schlafen im Zelt, Wildschweine in der Umgebung hatte eine deutliche Auswirkung auf den Puls.

Nach Zeltabbau erwartete mich ein sonniger Tag, ideales Wetter für diese Tour. Da es früh noch relativ frisch war, habe ich nur zusammengepackt und bin direkt gestartet. Bodentemperatur in Wolfen war zum Vergleich 6°. Frühstück gabs dann später auf nem Baumstumpf – direkt an der Dosse gelegen. Es war einfach nur eine super Stelle, keine Straße, nur paar lächelnde Joggerinnen 😉 wünschten mir guten Hunger.

Danach ging es gut gestärkt weiter – in Königsberg gab es dann ein Erlebnis, was hätte auch etwas anders ausgehen können. Beim Verlassen des Vorortes verfolgte mich ein Schäferhund – augenscheinlich ein relativ junges Tier. Vermutlich hatte er mein Essen erschnuppert. Ich hielt erstmal an – einem Hund davonfahren sah ich mit meinem bepackten Rad als nicht realisierbar an und den Jagdinstinkt zu wecken wäre auch nicht sinnvoll gewesen. Der Hund kam näher schnupperte an meinen Fahrradtaschen. In der Zwischenzeit „kramte“ ich in den Erinnerungen, in denen ich sozusagen halber Hundehalter war. Ich versuchte es erstmal mit einem energischen „NEIN“ und er reagierte passend. Nach „SITZ“, „BLEIB“ und als er mir folgen wollte einem „ZURÜCK“ drehte der Hund um und lief zurück in den Ort. Es war trotz der Gefahr ein schönes Erlebnis.

bei mir war der Bau weiter fortgeschritten

Weiter ging die Fahrt durch einige Orte, nach einem Waldstück stand ich dann vor der im Bau befindlichen Brücke über die A24 bei Wittstock. Es war Freitag Nachmittag, Baustelle war komplett menschenleer, also bin ich erstmal mit dem Rad bis an die Brücke ran – da der Straßenunterbau schon fertig war, kein Problem, Absperrungen waren auch keine zu überwinden. An der Brücke angekommen war klar, da schieb ich drüber – oberste Schicht war mit Teerschicht versehen und trocken – sogar Rampen für Schubkarre oder ähnliches waren vorhanden und habe ich gleich genutzt. Anschließend ging es weiter gen Wittstock und danach viel über landwirtschaftliche Straßen und wenig auf größeren Landstraßen. Ab und an auch Unterhaltungen mit anderen Radfahrern. Wenn doch mal ne Landstraße dabei war, dann immer mit Radweg.

Ankunft in Waren an der Müritz – traumhafter Abschluß eines richtig schönen Tages

Ursprünglich war eine Station in Plau am See angedacht, aus irgendeinem, mir völlig unklaren Grund hatte ich eine Alternativ-Route über Waren an der Müritz in der Navigationsapp (komoot.de) berechnet und diese dann in Rathenow ausgewählt. So landete ich etwas überrascht dann in Waren(Müritz). Dies hat aber kaum Folgen für die insgesamt gefahrenen km gehabt. Ich denke auch, Waren ist das schönere Ziel gewesen, von daher alles richtig wie es lief. Mir wäre die Erfahrung mit dem Hund, die Überquerung der im Bau befindlichen Autobahnbrücke etc. entgangen.

Am Stadthafen in Waren an der Müritz habe ich mir dann noch ein Eis gegönnt und dann ging es an die Suche nach einer geeigneten Stelle zum Zeltaufbau. Dies gestaltete sich schwieriger als gedacht – entweder gab es keinen Weg zum Waldrand oder der Wald begann zu weit von der Straße entfernt. Da langsam das Tageslicht zu Ende war, es war ja bereits 19 Uhr, der Radweg endete und ich ein ausgefallenes Rücklicht feststellen mußte, stand ich im Zugzwang. Letzten Endes habe ich dann jemand angesprochen, der gerade seinen Hund fütterte und stimmte meinem Ansinnen zu, dass ich auf der Wiese auf seinem Grundstück mein Zelt aufschlug. Eine sehr gastfreundliche Familie, wie ich später feststellen konnte, denn als mein Zelt stand, wurde mir noch ein Teller Nudeln angeboten – da sagt man schon aus Anstand nicht nein – super lecker und dazu eine Wohltat noch etwas Warmes im Bauch zu haben. Vielen Dank nochmals an die Eigentümer, die mir auch noch Zugang zu einer Steckdose ermöglichte und somit meine Akkus füllen konnte. Satt, zufrieden und beruhigt wegen des sicheren Übernachtungsplatz schlummerte ich schnell ein.

Es war eine sehr ruhige Nacht, die mit einem kühlen aber sonnigen Morgen endete. Dazu aber mehr am 3. Tag.

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