Fahrt zum Brocken, 2. Tag

nach einer erholsamen Nacht, einen reichlichen Frühstück in der Villa Fichtenhof in Schierke ging es ans zusammenpacken und dann auf zum Brocken, zumindest wollte ich das. Diese suboptimale Netzabdeckung seitens O2 hat es sogar verhindert, die vorgeplante Tour von Komoot zu laden – zum Glück war das Hotel-WLAN noch in der Nähe.

Gegen 9 Uhr ging es dann an die etwa 10km lange Strecke über die Brockenstraße, die es in sich haben – ich bin es entspannt angegangen, denn nach dem Aufstieg sollte ja noch die Heimfahrt bewältigt werden – 152 km bis nach Hause.

Nun ging es auf die Brockenstraße – was mich da bezüglich des Zustandes des Waldes erwartete, war einfach nur schockierend. Sturm, Trockenheit und der Borkenkäfer war eine tödliche Mischung.

Auf 900m sah es teilweise besser aus, aber das grundlegende Problem blieb bestehen, oberhalb von 900m schien es mir, als wären die Fichten etwas widerstandsfähiger, einfach bedingt durch das rauere Klima, vielleicht gehts da dem Borkenkäfer nicht so gut.

Der letzte Teil des Aufstieges war deutlich grüner, die Bäume sahen recht gesund aus.

Ich war dann so gegen 11:50 Uhr auf dem Brockenplateau – deutlich später als erwartet, aber was solls. Aussicht genießen, paar Fotos machen, nen Happen essen und dann noch Die Brockenbahn abwarten, gegen 13:10 ging es dann wieder nach unten und an die Heimfahrt – schon da war klar, dass ich einen größeren Teil der Strecke im Dunklen fahren werden muß. Die Frage ist nur noch wieviel – dazu aber später.

Die Rücktour war „clever“ geplant, ich wollte über 3 Annen Hohne fahren – Komoot hat mich über eine nicht befahrbare Strecke geschickt – nichtmal mit MTB zu befahren. ich habe von der Abfahrt ein Video gemacht, ein paar Screenshots werden hier noch eingefügt. Ich bin zwischendurch sogar umgedreht und war am überlegen, sogar bis zur Brockenstraße zurückzufahren und dort weiter runterzufahren – aus heutiger Sicht: ich hätte es tun sollen – die Strecke über den Glashüttenweg war sowohl anstrengend als auch materialschädigend. Mir hatte es das Vorderrad losgerüttelt, dank Schnellspanner kein großes Problem, dafür schliff dann die Scheibe der vorderen Scheibenbremse hörbar. Nervig, inwiefern bremsend, keine Ahnung – so richtig gespürt hab ich es nicht.

Ab 3 Annen Hohne endlich wieder Asphaltuntergrund. In Elbingerode habe ich mir noch ne Portion Flüssigzucker mit Muntermacher beschafft – Cola ist sicher nicht das optimale, aber es hat geholfen.

Die Rücktour habe ich etwas abweichend geplant, bis Rübeland etwas nördlicher, danach etwas südlicher, So kam ich auch durch die Harzer Soundröhre – der Tunnel an der Rappbodetalsperre ist ein sehr beliebter Ort für Biker. Die Rüttelstreifen haben es aber in sich. Nichtmal Radfahrer kommen ungeschüttelt daran vorbei.

Weiter gings nach Wienrode, wo ich auch jemand fand, der mir nen Tropfen Öl und eine Zange für mein Scheibenbremsenproblem geben konnte – das war eine willkommene Pause. Danach ging es über Thale, Gernrode, Rieder nach Ballenstedt. Der Radweg ab Rieder war gerade neu eröffnet und auf einem ehemaligen Bahndamm angelegt. Danach ging es über Ermsleben nach Aschersleben. Ab Aschersleben wurde das Tageslicht zur Mangelware und zum Glück ging es erst quer durch die Stadt und dann ein Stück parallel zur Wipper. Es war da schon ein Blindflug, denn selbst ein gutes Fahrradlicht ist nichts gegen die Scheinwerfer eines Autos.

Glücklicherweise ging die Strecke über wenig befahrene Straßen, denn ich wurde darauf hingewiesen, dass mein Rücklicht ausgefallen ist – der worst case in dem Moment. Was nun habe ich mich gefragt – eine Option war für mich, einfach mal die Polizei anzurufen, wie ich mich verhalten sollte… In Anbetracht der Nebenstrecke, war für mich das Risiko dann doch überschaubar, auch wenn ich bei jedem von hinten kommendem Fahrzeug mich vergewissert habe, dass es mir ausweicht. In Könnern habe ich dann eine Verwandte angerufen, um dort zumindest eine Pause machen zu können.

Von dort wurde ich nach kurzer Absprache und Abwägung inkl. Fahrrad heimgefahren. gegen 22 Uhr war ich dann zuhause und froh, die 30km auch nicht am nächsten Tag fahren zu müssen. Ich hätte da Dauerregen gehabt.

Das ausgefallen Rücklicht wollte ich in den Tagen nach der Tour reparieren – am 23.10. leuchtete es ohne Eingriff von mir plötzlich wieder. Eigentlich hoffe ich, dass es zeitnah wieder ausfällt, um der Ursache nachzugehen…

Dieser Beitrag wurde unter Fahrrad veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Fahrt zum Brocken, 2. Tag

  1. Vierigs, L. sagt:

    Hallo Thomas, bin erst jetzt zum Lesen Deines Reiseberichts gekommen. Das ist ja filmreif. Was ist Komoot? Mit dem Wald ist komisch. Aber sicherlich hat das mit der Baumgrenze, sturmerprobt, zu tun. Der Brocken ist schon was besonderes. Deinen Bericht muss ich mir noch mal in Ruhe und mit GenuNuss reinziehen. Lutz

Schreibe einen Kommentar zu Vierigs, L. Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.