Tourenabschluß 2021 oder der Hammer am Ende

Bei einem 2. Ausflug auf den Brocken, diesmal mit einem guten Kumpel aus dem Dunstkreis von FFM, haben wir uns über unsere jeweiligen Touren in diesem Jahr 2021 ausgetauscht und beide festgestellt, dass wir keine Tour über 100km gemacht haben. Da meine Elberadwegtour ja ausgefallen ist, fiel meine Entscheidung auf zumindest ein mehr oder weniger großes Stück auf dem Elbradweg zu fahren. So habe ich dann spontan und in einem Anfall von Größenwahn eine Tour geplant, die 184 km lang ist. Ich habe dabei drauf geachtet, je nach Zeit und persönlichem Zustand abkürzen zu können.

Der Tourenverlauf ging von Wolfen über Dessau/Törten und Vockerode durch Wörlitz nach Wittenberg. Ich blieb dabei linkselbig, d.h. in Fließrichtung Links. Im nachhinein habe ich erfahren, dass die Elbfähre Coswig/Wörlitz aktuell außer Betrieb ist, damit hätte ich die andere Seite nur über die A9 Autobahnbrücke über die Elbe erreichen können. Der Umweg wäre mir ohnehin zu groß gewesen.

gefahrene Route

Von Wittenberg ging es dann an Mühlanger vorbei, wo ich die 1. richtige Pause gemacht habe – essen, trinken und wieder mal paar Schichten der Bekleidung ausziehen. Der Platz für die Pause lag am Rand von Mühlanger direkt an der Elbe. Bis dahin war ich bereits 70 km gefahren. das war insoweit überraschend, weil ich sonst die erste richtige Pause nach 40km brauchte. Also doch ein greifbarer Hinweis zu meinem Fitnesszustand. Kurz nach Elster(Elbe) bin ich einen kleinen Umweg zu einem Rastplatz an der Schwarzen Elster gefahren. Dort traf ich vermutlich auf ein Pärchen und es entwickelte sich eine nette Unterhaltung über meine Meinung zu E-Bikes. das war eine willkommene Abwechslung bei der Fahrt. An dieser Stelle hatte ich ziemlich genau 80km weg(ab Beginn Tourenaufzeichnung) und ca. 4:20 unterwegs.

Anschließend ging es weitestgehend auf dem offiziellen Elberadweg zur Fähre in Pretzsch. Die Fährüberfahrt hat die Tour in 2 gleich große Teile geteilt und war auch ne Art Referenzpunkt. Zu der Zeit hatte ich einen Vorsprung von ca. 1h gegenüber der ursprünglichen Annahme. Gleichzeitig war die Fährüberfahrt der letzte sinnvolle Punkt, bei dem ich die Tour noch abkürzen konnte. Klar, danach gab es noch einige Möglichkeiten zum Abkürzen, aber das hätte vielleicht 20-30km gebracht und das Risiko schlechterer Wege, mehr Hügel in der Dübener Heide und weitere Unwägbarkeiten. Ans Abkürzen habe ich bei dem beruhigenden Versprung vor dem Plan nie gedacht, denn die körperliche Verfassung war noch richtig gut. Einiges an Kräften raubte mir der relativ starke Südwind. Beruhigend war, dass der Wind ab Torgau dann nur noch von der Seite kommen sollte.

In Torgau hat dann die Komoot-App gesponnen – hatte keine genaue GPS-Position mehr. Ein Handy-Neustart hat das Problem gelöst, allerdings sind die Extrakilometer für Fotos in Torgau dadurch verloren gegangen. Daher kommt auch die Differenz zwischen Aufzeichnung und tatsächlich gefahrener Strecke. Ich bin unter anderem eine Umleitung wegen der Sperrung eines Teilstückes des Elbradweges gefahren, war auf der Elbbrücke von Torgau und bin auf der Suche nach einem Imbiss noch einiges in Torgau gefahren. Dazu aber mehr im Fazit.

Von Torgau aus ging es dann nach Bad Düben, wo ich weiter die Augen offen gehalten hatte um etwas zu essen und zu Trinken zu besorgen. Auch in Bad Düben hatte ich insoweit keinen Erfolg. Ich habe dann an der Kegelbahn gehalten und hatte um etwas Leitungswasser gebeten. Das wurde mir „verwehrt“, dafür gab es eine Flasche Mineralwasser. Vielen Dank nochmal an den edlen Spender, ohne dieses Wasser hätte ich mein Ziel nicht erreicht.

GASTSTÄTTE ZUR KEGELBAHN + Mühlweg 4 + 04849 Bad Düben 034243-29309

Von da ging es zurück nach Wolfen mit einem Abstecher zu Kaufland. Auf dem Abschnitt bei Brösa und Rösa gab es dann richtige körperliche Probleme – leichter Schwindel und ein extremes Leistungsloch, mir war kalt, obwohl ich alles angezogen hatte, mit dem ich früh gestartet bin. Half aber nix – der Körper hat gesagt: vorwärts, da bleibt nix mehr zum Wärme machen. Auf dem Abschnitt habe ich noch eine kurze Pause gemacht und habe meinen Letzten schluck Cola getrunken – diesen hatte ich mir genau für so einen Zweck aufgehoben.

Kurze Zeit später war ich dann auf der Muldebrücke über den Muldeeinlauf vom Muldestausee und einerseits in bekannter Gegend, konnte das bayer-Kreuz sehen, was hier ganz in der Nähe ist und das Wissen, dass es sehr eben weiter geht. Um einen Berg an der Goitzsche zu umgehen habe ich den Weg durch Pouch gewählt und habe noch einen Kunde kurz besucht. Der Rest bis zum Kaufland war dann ein entspanntes Rollen mit wieder vorhandenen Kräften. Im Kaufland habe ich mir dann eine zuckerhaltige Cola und Waffeln mit Puderzucker gekauft und gleich einiges zu mir genommen. Ein Döner war mein Abendessen zuhause. Die letzten 7km waren dann ein entspanntes und zügiges Fahren.

Fazit

Bekleidung: War ausreichend, früh hatte ich die Regenjacke an, die den Fahrwind vom Körper abhielt – war in dem Moment perfekt, aber bei einer Pinkelpause kurz vor Wittenberg mußte ich feststellen, das meine Oberbekleidung nass ist. ich hab bei der Gelegenheit einen Teil ausgezogen und auf dem Gepäckträger zum Trocknen befestigt. Bis ich das wieder brauchte, war es trocken. Große Teile der Strecke mit ich mit dem kurzen Radanzug gefahren, die Temperatur war dafür noch ok. Der Rest hat in der einen mitgeführten Satteltasche gut Platz gefunden.

Essen Trinken: 2 Brötchen, 3 Bananen, 0,5l Mineralwasser, 0,75l Cola Es war für diese Tour absolut zu wenig, in Torgau war ich dann komplett ohne essen und nur noch mit einer Restmenge an Cola und Wasser unterwegs. Ich habe ich also richtig verkalkuliert und habe den Energiebedarf deutlich unterschätzt. Mir fehlte auch der kleine Zuckerkick unterwegs. Es war mit Abstand meine längste Tour, bisher lag das Maximum bei 150km

Fahrrad etc.: Tour verlief ohne größere Probleme, die Kette hat schon wieder gerasselt, vermutlich fehlt mal wieder der Schmierstoff an der Kette. Die Halterung der GoPro Hero 9 ist bei einer leichten Bodenwelle gebrochen. da die Cam aber per USB an der Powerbank hing, ist sie nicht abgestürzt. Ich bin immer weniger ein Freund der Kunststoffhalterungen.

die Tour: die manuellen Änderungen an der Tour waren sinnvoll, ich hatte weitstgehend kein (Kopfstein)Pflaster und weitestgehend festen Untergrund. Im Nachinein würde ich an der Tour nichts ändern.

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