Die Hammertour nach Kühlungsborn

###Update noch einige Fotos eingefügt, Shell-Update und Typo

Vorbereitung

Die Tour habe ich bereits im Januar 2022 bei Komoot geplant und auch da schon als Termin plus minus 7 Tage um den 21.06.2022 vorgesehen – wichtig war mir eine möglichst kurze Nacht(Dunkelphase) und dass ist nur um die Sommersonnenwende der Fall.
Hier der Link zur Tourenplanung: klick!
Ein paar Tage vor dem Temin hatte ich noch den 23.06.2022 als Starttermin vorgesehen, aber am 20. ist die Prognose für das Wochenende gekippt und Regen bzw. Gewitter waren an der Tagesordnung. Also habe ich in einer schlaflosen Nacht zum 20. spontan mich entschlossen, direkt am 21. zu starten. Eine Liste mit den notwendigen Sachen hatte ich bereits lange vorher erstellt und brauchte bloß noch noch zusammenzupacken. Ich habe den Teil der Ausrüstung inkl. Fahrradtasche, den ich auf der Hinfahrt nicht brauchte, nach Kühlungsborn geschickt. Somit brauchte ich das nicht mitzuführen. Konkret war das: Schlafsack, Hängematte, Tarp, Solarpanel und paar Wechselklamotten. In der Summe waren das ca. 7 kg.
Beim Start habe ich zuhause noch paar Brötchen belegt und mit etwas zu trinken für den ersten Abschnitt bis Burg eingepackt.

Route

Hier die komplette gefahrene Strecke, die Planung kann unter der Karte eingeblendet werden.

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gefahren
geplant
Rückfahrt-Plan

der 1. Tag bis zur Ankunft in Bastorf am 22.06.2022

Start war am 21.06.2022 – 3:37 Uhr, das erste Ziel war Burg zum erstmaligem Füllen der Nahrungsvorräte – es sollte allerdings etwas anders kommen. Der Start war eigentlich für 3 Uhr geplant, aber es gab noch Verzögerungen. Am Ortsausgang von Bobbau gab es dann das 1. Highlight. Nachtleuchtende Wolken treten nur in bestimmten Situationen in der Zeit um die Sommersonnenwende auf.

In Zerbst hat es meine Halterung vom Handy erwischt, somit mußte ich hin und wieder anhalten und einen Blick auf das Handy werfen – das hat für weitere Verzögerungen gesorgt. Kurz nach 7 Uhr in Möckern kam ich dann an der 1. geöffneten KFZ-Werkstatt vorbei und habe mir dort kurz einen passenden Imbus-Schlüssel geliehen. Damit konnte ich die Halterung wieder nutzbar machen. Ich musste nur auf die Drehfunktion verzichten und alles ist stabil. In Burg kam ich dann kurz nach 8 Uhr an, ich hatte an der Stelle dann schon einen Rückstand von 1 h. Das hat mich aber nicht beunruhigt, denn für den Abschnitt Schwerin – Bastorf war genug Puffer vorhanden.

In Burg ging es nach einem Einkauf, Frühstück und Reduzieren von Kleidung gegen 8:40 Uhr weiter. Von Burg ging es dann auf dem ziemlich direkten Weg zum Elberadweg bei Güsen. Eine kurze Pause habe ich dann bei Fischbeck gemacht und hatte ab da eine Begleitung auf dem Elberadweg. Aufgrund von unterschiedlichen Planungen trennten sich unsere Wege vor Havelberg. Der vorgesehene Einkauf in Havelberg habe ich gestrichen. Der Rückstand hatte bis Havelberg weiter zugenommen, ich bin gegen 13:45 Uhr durch Havelberg gefahren, geplant war dies etwa etwa 12 Uhr – der eingesparte Einkauf hat es zumindest nicht verschlimmert.

Von Havelberg ging es weiter nach Perleberg, wo ich ca. 16:20 Uhr ankam. Im weiteren Verlauf ging es dann 30 Minuten später weiter Richtung Schwerin. In Schwein war eigentlich ein opulentes Abendessen beim Oberförster geplant, allerdings haben die vorher aufgelaufenen Verspätungen das Abendessen verhindert. Ich habe es mir aber nicht nehmen lassen, zumindest mal 21:20 Uhr dort Hallo zusagen. Da die Mitarbeiter bescheid wussten und nur mein späteres Ankommen das Abendessen verhinderten, wurde mir ein Bier angeboten. Aktuell ist beim Oberförster 20 Uhr Küchenschluß. Zumindest habe ich aber das geplante Bad im Schweriner See gemacht und war so etwas Salz vom Körper los und sehr gut erfrischt.

Nachdem ich mich dann wieder fahrradtauglich gemacht habe, war dann das Abendessen aus dem mitgeführten Essen dran – die Verspätung hat sich ja durch den ganzen Tag gezogen und damit habe ich beim Einkauf in Perleberg reagiert und etwas mehr gekauft. Bei der Abfahrt in Seehof war es fast dunkel. Bis 0 Uhr kam ich dann noch bis kurz vor Wismar und hatte auf fast der kompletten Strecke einen herrlichen Blick auf den nicht ganz dunkel werdenden Himmel im Norden – die kürzeste Nacht des Jahres läßt grüßen. Eigentlich hatte ich auf diesem Abschnitt genug Zeit es gemütlich anzugehen, aber der nun verschwundene Gegenwind, die Entspannung durch die Badepause mit anschließendem Essen und das immer näher kommende Ziel hat mich motiviert und weitere Kräfte freigesetzt. In Blowatz habe ich noch versucht ein sehr mysteriöses Lichtproblem zu lösen – beim Bremsen ging das Licht aus, der Nabendynamo lieferte dann keine Energie. Allerdings war kein Erfolg festzustellen – ich habe dann zusätzlich auf die Stirnleuchte gesetzt. Das Problem besteht also aktuell immernoch.
Weiterhin gab es auf diesem Abschnitt sehr viel Wild, was durch mich aufgestöbert durch die Felder rannte – das Geräusch war schon ein wenig beängstigend. Man muß sich das vorstellen wie das Blätterrascheln bei Sturm. Diverses Wild konnte ich auch sehen – in der Dunkelheit konnte ich Fuchs, Hase, Igel und Rehe sicher erkennen. Ich habe mich entschlossen, auf diesem Abschnitt nicht auf den Radweg zu fahren, denn einerseits war kein Verkehr, dazu kam noch, dass die Seitenlinien auf der Straße einen Vorteil gegenüber dem linienlosen Radweg darstellten und der größere Abstand zu den Feldern war auch beruhigend

An der Ostsee

Mein Ziel war zwar Kühlungsborn, allerdings empfand ich den Sonnenaufgang am Leuchtturm Bastorf als angemessener. Somit blieb ich nach der Ankunft um 2:25 Uhr, also nicht mal 23h nach dem Start, am Leuchtturm. Also Bonus ging zu der Zeit gerade der Mond auf. Da ich relativ gut durchgekommen bin, hatte ich bis zum Sonnenaufgang noch einiges an Zeit (ca. 2 Stunden) Deshalb habe ich mir erstmal ein Plätzchen gesucht, wo ich mich bissel lang machen konnte. Zur Sicherheit hab ich mir den Wecker in der Smartwatch gestellt, denn den Sonnenaufgang wollte ich nicht verpassen. Zur Sicherheit habe ich mich 4x wecken lassen. Ich habe doch tatsächlich fast 45 min geschlafen und war damit fit für den Tag.

Kurz nach 5 Uhr ging es dann weiter Richtung Kühlungsborn mit einem Abstecher zum Strand zw. Kühlungsborn West und Kägsdorf.

Von dort bin ich dann erstmal zum Wohnmobilstellplatz Wittenbeck und von da zum geplanten Übernachtungsplatz an der Steilküste Richtung Heiligendamm. Da dort alles erwartungsgemäß war bin ich nach einigen Fotos zurück nach Kühlungsborn, um ein Versprechen einzulösen, meinem Kumpel Jürgen habe ich angekündigt, zum Frühstück zu kommen und frische Brötchen mitzubringen. Diese habe ich dann geholt, als ich das erste Lebenszeichen erhalten hatte. Bei Jürgen habe ich dann Handy und Powerbank nachgeladen. Nach einem opulenten Frühstück ging es für mich zur Entspannung an den Strand nach Wittenbeck, allerdings mit vorherigem Einkauf von Flüssigem in Kühlungsborn West.

Am Strand habe ich dann ein wenig geschlafen und mir dabei den Hintern und die Rückseite der Oberschenkel verbrutzelt. Zwischendurch immer mal Abkühlung in der Ostsee.
So verging ein großer Teil des Tages.

Die (1.) Übernachtung (in der Hängematte)

Nachdem ich bei meinem Kumpel am Mittwoch Abend meine restliche Ausrüstung abgeholt hatte, ging es an den Aufbau der Hängematte. Dies führte aber erstmal zum Grübeln, denn ich fand nicht die Stelle, wo die Stäbe dann fixiert wurden. Als das gelöst war, ging der Aufbau zügig und einfach von der Hand. Die passenden Bäume hatte ich am morgen schon auserkoren und das Bauchgefühl hat gepaßt, etwa 4 große Schritte sollten die Bäume auseinander stehen – etwas mehr geht, weniger keinesfalls. Über die Hängematte kam dann noch ein Tarp und in die Hängematte ein dünner Schlafsack – bei Temperaturen von ca. 10° völlig ausreichend. Das in die Hängematte integrierte Mückennetz hat ganze Arbeit geleistet. Beim reinkrabbeln sind 2 Mücken mitgekommen, die ich dann beim Stechversuch erlegt habe, danach waren nur noch draußen Mücken 😉

Meine Bedenken bezüglich Hängematte sind nun komplett weg, mir wurde auch von der Hängematte abgeraten – ich hab völlig problemlos geschlafen und werde die zukünftig die Hängematte einem Zelt vorziehen. Für mich persönlich alle Punkte pro Hängematte:

  • Gewicht
  • Volumen
  • Hängematte gilt als biwakieren und nicht wildcampen und ist damit außer im NSG überall legal
  • Bequemlichkeit
  • keine separate Matratze nötig
  • schnell aufgebaut, der Untergrund ist fast egal, solange er begehbar ist.

der 2. Tag

nach einer recht entspannten Nacht mir Meeresrauschen und ein Weckruf durch Vogelgezwitscher bin ich am Donnerstag gegen 6:50 Uhr erwacht und habe dann direkt begonnen die Hängematte, Tarp und Schlafsack zu verstauen. Da ich noch paar Fotos machen wollte, bin ich mal nach Heiligendamm gefahren und da einiges an Fotos gemacht.

Zwischendurch kam dann der Frühstücksanruf, also auf gings nach Kühlungsborn. Nach dem Frühstück ging es nochmals an den Strand zur Steilküste zw. Heiligendamm und Wittenbeck. Große Teile meiner Ausrüstung verbleiben aber in Kühlungsborn, denn ich brauchte ja nur ein Handtuch.

Die Rückfahrt

Aufgrund der extremen Verstaubung des Rades und insbesondere der Kette, wollte ich in Kühlungsborn die Kette noch reinigen und schmieren lassen – leider waren 2 Werkstätten nicht in der Lage, das ad hoc zu machen – so bin ich mit der Kette doch gestartet. Die Schutzbleche habe ich am gleichen Tag montiert wie die Kette und die Kassette…

Bevor ich Kühlungsborn gegen 14:15 verlassen habe, habe ich noch 3 Fischbrötchen gekauft um etwas Verpflegung dabei zu haben.

Auf der Strecke nach Schwerin bin ich dann mal auf der anderen Seite vom Schweriner See gefahren – es war mal was anderes, aber auch da waren schwer zu fahrende Abschnitte mit losem Untergrund dabei. Ich habe früh gemerkt, dass ich nicht so recht vorwärts kam – ich war körperlich noch etwas geschafft – Sonnenbrand, ein wenig Sonnenstich und Nachwirkungen der Hinfahrt haben das selbst gesetzte Ziel von 150 km verhindert – ich habe außerhalb von Ludwigslust abgebrochen. Bis Ludwigslust bin ich auch nur gefahren, weil die Gegend nördlich komplett zu einem Naturschutzgebiet gehört. Das mußte ich natürlich noch verlassen. Zu der Zeit war es fast dunkel und es blieb nur wenig Zeit für die Suche nach einem passenden Platz für die Übernachtung. Wie man auch sieht, ich habe an dem Tag unterwegs auch kaum Fotos gemacht.

2. Übernachtung

Bei Ludwigslust habe ich eine passende Stelle in der Nähe der Bundesstraße gefunden – ein kleines Stück Buchenwald – durch einen Wall zur Straße nicht einsehbar. Natürlich habe ich auch nach dieser Nacht meinen Nachtplatz sauber und unverändert verlassen.

2. Teil der Rückfahrt

Bereits 6:30 Uhr war ich abfahrbereit und habe mich recht ausgeruht auf den Radweg gestürzt – von Ludwigslust ging es direkt zum Ziel des Vortages, nach Perleberg. Dort unternahm ich einen weiteren Versuch eine Fahrradwerkstatt zu finden, die meine Kette mal reinigen und abschmieren könnte und Markus Ruge vom Fahrrad-Eck konnte mir zeitnah helfen. Ich war allerdings 30 Minuten vor Öffnung vor Ort, habe dann erstmal Essen eingekauft und bin dann nochmals hingefahren. Dort bin ich dann gegen 9:30 Uhr wieder eingetroffen. Die Wartezeit habe ich effizient genutzt, ich habe gefrühstückt. Gegen 10:30 Uhr war alles erledigt und ich bin dort wieder gestartet. In Perleberg war ich somit zwar 2 h und damit deutlich länger als ohne Kettenpflege vorgesehen, aber das war es wert, denn der Verschleiß war hörbar. Von Perleberg ging es dann über Wittenberge zum Elberadweg, auf dem mich ein böiger Gegenwind erwartete.

Der Elberadweg wird derzeit ausgebaut, um einfach ein angenehmeres Fahren zu ermöglichen. So aktuell bei Schönhausen. Bei Fischbeck ist beim letzten großen Elbehochwasser 2013 der Deich gebrochen. In diesem Bereich ist ein Rastplatz mit paar Infos zum Deichbruch und der Ausführung des neuen Deiches gebaut worden.

Unterwegs kam mir noch in den Sinn, ein kurzer Sprung in die Elbe wäre eine gute Idee, aber weiter als bis zum Hals hab ich mich nicht reingetraut. Ein Grund war die fehlende Erfahrung mit der Strömung, ein Weiterer ist auf den nachfolgenden Bildern zu sehen. Das war alles andere als sauber.

In Möckern habe ich dann noch versucht auf das WC einer 24h Shell-Station zu gehen – aufgrund von irgendwelchen Sicherheitsbestimmungen wurde mir das verweigert – eine Nachfrage bei Shell vor 2 Tagen wurde bisher nicht beantwortet. Die Anfrage ist bis heute offen, es wird wohl nix mehr kommen. Ich empfinde sowohl das Verhalten der Tankstellenmitarbeiter, als auch das von Shell als Unverschämtheit. Es gab nun doch noch ne Reaktionen, da dies hier den Rahmen sprengen würde, ist dies ausgelagert. Glücklicherweise gibt es in Möckern auch kundenfreundliche Gaststätten wie das Restaurant Attika, die trotz Feierabend mir noch den Gang auf die Toilette ermöglichten.

Anschließend ging es über Leitzkau zur B184, Zerbst nach Dessau. In Dessau Nord habe ich mich dann nochmal richtig gestärkt für die letzten 25km. Ich habe den Radweg und die alternativen Routen in der Nacht ignoriert, weil diese im Dunklen ungeeignet gewesen wären. erst in Dessau waren Radwege das bevorzugte Medium.

Ankunft und der Tag danach

Die letzten 20 km, also ab Dessau waren echt problematisch – ich war richtig müde und wenn ich im Auto unterwegs gewesen wäre, wäre ich eingepennt und nicht angekommen, die körperliche Beanspruchung hat den Geist relativ wach gehalten.

Fazit

Bezüglich des Wetters lag Glück und Pech nahe beisammen. Ich hatte sowohl auf der Tour Richtung Norden Gegenwind, als auch auf der Rückfahrt reichlich böigen Gegenwind. Dieser war äußerst zeitraubend und kräftezehrend. ich habe auf einem ebenen geraden Stück sogar den Test in Gegenrichtung gemacht – ohne große Anstrengung waren es 23km/h, die ich hätte durchgehend fahren können. In der „richtigen“ Richtung waren es nur 16-18 km/h, die ich nur mit mehr Anstrengung erreichen konnte.
Auf der Fahrt Richtung Norden wurde es zwar im Laufe des Tages wärmer, aber die Luftmasse im Norden war kälter und damit wurde es nicht zu warm.

Von der mitgeführten und nach Kühlungsborn geschickten Ausrüstung war nichts zuviel, es war allerdings auch nichts, was ich vermißt habe, ich habe also die Tour und den Bedarf gut abgeschätzt. Bisher habe ich es so gehandhabt, dass ich essen und trinken zu großen Teilen direkt vom Startpunkt mitgeführt habe – das war dieses Mal nicht so, ich habe nach Bedarf unterwegs eingekauft. Der große Vorteil ist im reduzierten Gewicht beim Start und der flexiblen Reaktion auf den Bedarf. Ein Nachteil ist allerdings auch der zusätzliche Zeitaufwand für den Einkauf, Ausrüstung vom Rad abbauen. Bei den Temperaturen im Sommer ist der Flüssigkeitsbedarf der größte und auch der schwerste Posten.

Die mitgeführte technische Ausrüstung bestehend aus Powerbank, faltbares Solarpanel mit integrierter Powerbank, Handy, Gopro Black 9, diverse USB-Kabel(usb-C und Micro), Dual-USB-Netzteil, BT-Headset, Headset mit Klinkenanschluß, Ladekabel für Smartwatch und Pulsmesser war sinnvoll gewählt und vollständig. Die große Cam(Spiegelreflex) zuhause zu lassen war richtig, denn es wären 2 oder 3 Situationen gewesen, wo sie zum Einsatz gekommen wäre. Dabei aber jeweils nur mit dem großen Objektiv.

Sehr auffällig war der Umgang zw. Radfahrern und KFZ-Führern. Probleme mit Rücksichtslosigkeit gab es eigentlich nur auf den ersten 40km der Tour bis Möckern und auf der Rücktour ab Zerbst. Ich finde das schon bemerkenswert, das es sich doch eher als regionales Problem darstellt. Da versucht man nett zu nem LKW Fahrer zu sein, winkt ihn vorbei und zum Dank wird man von der Straße gedrängt. Auf der Rückfahrt habe ich im dunkeln die Straße dem Radweg bevorzugt, denn der Radweg war durch das Betonpflaster sehr uneben, sehr kurvenreich und dazu ohne jegliche begrenzende Seitenlinien. Das war ein eindeutig unzumutbarer Radweg. Wurde da von Autofahrern angehupt, aber wenigstens mit angenehmen Seitenabstand.

Während des Aufenthalts an der Ostsee habe ich öfters gegrübelt, wie ich diese Tour noch toppen kann – 800km in 4 Tagen bzw. 94,5 h. Mir fiel einfach nix ein, aber kürzlich kam mir ein Gedanke. Die ersten vorsichtigen Überlegungen sehen folgendes vor:

  • 360km in 23h nach Kühlungsborn
  • 480 km in 4 Abschnitten zu 100-150km bis zur polnischen Ostseeküste
  • 400 km in 2 Tagen zurück bis Wolfen

Die angegebenen Kilometer sind bisher ohne Optimierung.

Sommersonnenwende 2023

Sollte sich irgendwann mal ein anderer Irrer finden, der so einen Ritt mitmacht – bitte melden…
Ich fahre die Tour auch gern nochmal.

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Einleitung

###Updates unten###

Weswegen diese Seite? Einerseits um anderen Mut zu machen, sich auch nach Krankheiten Herausforderungen zu stellen. Bei mir war es im März 2018 ein Herzinfarkt und vermutlicher Schlaganfall(sagen zumindest die Ärzte). Klar, danach fehlt einem erstmal der Antrieb, oft genug ist es aber auch durch Medikamente bedingt. So war es zumindest bei mir.

Andererseits möchte ich hier meine Erlebnisse und Erfahrungen dokumentieren und andere animieren, sich auch mal zu fordern, sich einer Herausforderung zu stellen. Und selbst wenn man es nicht schaffen sollte, man hat sich an seine Grenzen und ein Stück darüber hinaus gebracht. Natürlich sollte die Herausforderung zu den Möglichkeiten passen.

Mein Entschluß für derartige Touren begann am 14.07.2018 zu reifen – also etliche Monate nach dem Herzinfarkt. Ich hab nach dem testweisen Absetzen aller Medikamente am 05. Juli einen Schub an Lebenslust bekommen. Am 14.07.2018 bin ich mal früh 6:30 Uhr aufs Rad und mal nach Rostock Warnemünde geradelt, vom Startpunkt aus, waren es nur 27km – macht also 54 km für die Hin- und Rückfahrt. Ich war genau 3h unterwegs inkl. Pause auf der Mole in Warnemünde und auf der Rückfahrt noch nen Spritzring vernascht.

Da ich durch die Fahrt keinerlei körperliche Probleme hatte, im Gegenteil mich richtig fit fühlte(im Vergleich zu den Monaten davor), kam dann der Gedanke an zukünftige Touren und irgendwann auch an mehrtägige Touren auf. So begannen dann die Gedanken an die 1. (richtige) Tour, welche von vornherein auf Anfang Oktober und auch nach Warnemünde angedacht war.

Die erforderlichen Vorbereitungen findet ihr hier

+++Update 16.07.2019+++

Nun bin ich bereits über 1 Jahr frei von jeglichen Medikamenten, wenn man mal von den Magnesiumtabletten absieht, die ich aufgrund der doch umfangreicheren Bewegung zu mir nehme. Die Entscheidung, alle Medikamente abzusetzen, hat mir nicht geschadet, ich bereue den Entschluß keineswegs, auch wenn es wegen des Alleingangs auch etliche kritische Stimmen gab. Es geht mir gut, der Bewegungsdrang ist eher sogar noch größer geworden. Ich neige dazu, alles, was noch mit Rad erreichbar ist, auch mit dem Rad anzufahren und zusätzlich 1x pro Woche nochmal 20-40km für den Spaß zu machen. tendenziell werden diese Touren für den Spaß immer länger -waren erst 20 km ausreichend neige ich dazu, auch Strecken über 40km mal am Abend abzureißen…

Diese körperliche Belastung tut mir gut, auch Streßsituationen im Alltag bringen mich kaum aus der Ruhe – im Gegenteil, ich genieße es, auch solche Herausforderungen mit Gelassenheit zu meistern und dabei den Überblick zu behalten.

In Kürze geht es mal paar Tage an die Ostsee, das Rad werd ich da auch dabei haben.

+++Update 30.07.2019+++

In 5 Tagen an der Ostsee habe ich über 200km auf dem Fahrrad verbracht.

+++Update 19.01.2021+++

Der aktuelle Stand bezüglich Medikamente: Bis zum heutigen Tag habe ich seit dem 05.07.2018 genau 2 halbe leichte Kopfschmerztabletten zu mir genommen und ich fühle mich immernoch bestens.

+++Update 17.08.2021+++

Nun mal wieder ein kleiner Gesundheitszustand. Medikamente immernoch bei 0, stattdessen habe ich seit Januar 2020 einiges an gewicht verloren, ein Großteil allein in 2021. ich bin nun bei meinem im Oktober 2019 als Fernziel angedachten Gewicht verdammt nahe – unter 80kg wollte ich erreichen und schwanke aktuell bei 80-81 kg, fühle mich absolut fit. Das Ziel habe ich mit mehr Bewegung und bewusst etwas weniger essen erreicht. Auf dem Rad komme ich nicht mehr außer Atem und auch sonst bin ich körperlich deutlich leistungsfähiger. Aktuell stört mich am Bauch noch etwas „Schwarte“ aber die werde ich mit Bewegung auch noch los. Bezüglich der Touren bin ich nun bei 50 bis 60km mal schnell am Abend. Ich bin weder dabei noch danach kaputt, auch am nächsten Tag keinerlei Einschränkungen. Es ist sogar so, dass die Tourenlänge von der Dunkelheit beschränkt wird, denn vom körperlichen Zustand könnte ich noch weiter fahren. Dabei fahre ich aktuell einen Schnitt von teils 24km/h(auf die Gesamtstrecke bezogen).

Hier ein direkter Vergleich wie 25kg aussehen

Ich war im Jahr 2021 2x auf dem Brocken.

Aktuell liege ich bei 76kg, ich kratze also an 30 kg, die ich bewusst abgespeckt habe und ich fühle mich sauwohl 😉

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Irre im Verkehr 10/2022

Auf dem Weg zum ADFC Stammtisch in Dessau

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Irre im Verkehr 09/22

23.09.2022

Geisterradler, Gehwegradler, Überholen am Fußgängerüberweg, Schwungvolles Einfahren in eine Einmündung, mein bisher größer Seitenabstand, Busspur(Fahrzeug merken)? Schulterblick? Braucht kein Mensch! Geisterradler

Video entstand auf 5,4km
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Reparaturlogbuch ab 18.09.2022

18.09.2022 Wechsel der defekten Pedalen durch billige von Thomas Phillips(3,99€)

17.06.2022 Montage von Kette S-Ram 870, Kassette PG 850, neue Schutzbleche
19.06.2022 MarathonTour plus(vorn), Schlauch(vorn)
13.06.2022 Plattfuss vorn geflickt
09.06.2022 Montage Kette(HG41) und Ritzelpaket(S-RAM PC850)
30.05.2022
25.05.2022 Schaltung justiert, Rücklicht Notreparatur und Kettenverschleiß
24.05.2022 Schaltauge, Ritzel, Kette Link
15.04.2022 Kettentausch Shimano

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Videos

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neugebauter Radweg zw. Rödgen und der B183

ist eine Zumutung, dass sowas gebaut werden darf ist schon beachtlich, geschweigedenn das soetwas abgenommen wurde. Der Planer gehört für sowas geteert und gefedert

Video ansehen und staunen

Die Messung erfolgte mit dem gebräuchlichen Daumen->Mittelfinger-Maß kontrolliert -> 20cm. Eine Kontaktaufnahme mit der zuständigen Verwaltung Bitterfeld-Wolfen ist eben telefonisch erfolgt und der Link zu dieser Seite per Mail weitergeleitet.

nun aber mal Tatsachen: Unzulässig. RN 37 zu § 2 VwV-StVO fordert eine Mindestbreite von 2,40 m. Die Straßenverkehrsbehörde muss die Radwegebenutzungspflicht aufheben. Der Geh und Radweg darf höchstens in eine Richtung freigegeben werden und dann muss er breiter werden

Naja die 2,4 m sind äußerst knapp verfehlt – in Leipzig wird ein Radweg abgerissen, weil er 10cm zu schmal ist(1,4m statt 1,5m)

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Fahrrad-Infrastruktur in Zörbig

aufgrund einer Beobachtung bei einer Fahrt durch Zörbig ist mir ein benutzungspflichtiger Radweg aufgefallen, der noch nicht mal die Anforderungen an einen Fußweg erfüllt. Dieser Radweg hat als Belag lockeren Rollkies, also genau dieses Zeug, was im Straßenbau die Oberste Schicht bei Flickarbeiten ausmacht. Der Untergrund ist für einen geübten Radler mit Mühe beherrschbar, für einen der nicht regelmäßig auf unterschiedlichsten Untergründen fährt absolut gefährlich. Der Radweg ist in beiden Richtungen zu befahren. Diesen Radweg habe ich heute mal mit der Dashcam gefilmt und ich bin erschüttert.

Hier erstmal einige Bilder aus dem Video und anschließend das Video von der gesamten Strecke inkl. eines kurzen Radwegstückes auf der anderen Straße. Dieser Radweg hat sogar eine Bushaltestelle und endet einfach in den fließenden Gegenverkehr.

Ich werde auf jeden Fall die Verwaltung der Stadt Zörbig über diesen Mißstand in Kenntnis setzen und auf die Unzulässigkeit einer Benutzungspflicht extra erwähnen.

Mail geht an den ADFC in CC.

Sehr geehrte Damen und Herren,

aufgrund einer Beobachtung vor einigen Tagen vom PKW aus, habe ich heute eine Radtour nach Zörbig gemacht. Zweck war die Dokumentation das Zustandes und der Beschilderung. Dabei sind mir diverse unzulässige Bestandteile aufgefallen.

– Radweg auf gegenüberliegender Seite vom Friedhof ist benutzungspflichtig, endet im Nichts und beinhaltet eine Bushaltestelle

– Radweg wird scheinbar auf der anderen Straßenseite fortgeführt und in beiden Richtungen beidseitig durch das Gewerbegebiet geführt – ein Seitenwechsel ist aufgrund durchgehender Mittellinie legal nicht möglich

– Radweg wird dann auf lockerem Rollsplitt in Richtung Osten MIT Benutzungspflicht geführt – ein sicheres Fahren ist dort nicht möglich, erst recht nicht zumutbar

– Zufahrt zum Autokontor wird nicht durch eine farbige Radwegfurt entlang einer Sperrlinie geführt

– Radweg führt im weiteren Verlauf direkt über groben Schotter

Mir stellt sich die Frage, wie man so verwirrt sein kann, einen solchen Trampelpfad mit einer Benutzungspflicht zu versehen – die Beschilderung ist mit ziemlich neuen Schildern erfolgt, von daher recht neu. Welche Gründe haben Sie für eine Benutzungspflicht. Hat ein Verantwortlicher der Stadtverwaltung mal in die Verwaltungsvorschriften für die Gestaltung von Radwegen gesehen, geschweige denn diesen Radweg mal selbst mit einem Fahrrad befahren? Der absolute Witz ist der Hinweis auf keinen Winterdienst. Völlig klar weshalb, weil er mit Fahrzeugen unbenutzbar ist, auch ein Fahrrad ist ein Fahrzeug, aber das nur am Rande. Ein Sicherheitsgewinn ist dieser „Radweg“ keinesfalls

Im Übrigen ist der Radweg von Gut Tannepöls bis zum Ende an der Aral-Tankstelle ebenfalls eine Zumutung – es gibt kaum einen Meter auf dieser Strecke, bei dem nicht Wurzeln den Asphalt mehrere Zentimeter nach oben gedrückt haben. Die Fortsetzung dieses Radweges mit Benutzungspflicht ist auch eine Frechheit – auf den letzten 100m vor dem Kreisverkehr auf der linken Fahrbahnseite und dafür 2x die Fahrbahn zu überqueren, ist das höhere Risiko, als auf der Straße zu fahren.

Den Radweg im Bereich Thuramark habe ich mit Foto und Video dokumetiert und über folgende Adresse auch für Sie abrufbar gemacht.

Hier die Kommunikation mit der Stadt Zörbig

meine Mail vom 25.08.2022

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Brakecheck nach eng überholen

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Planung Sommersonnenwendtour 2023

wie bei der Sommersonnenwendetour 2022 erwähnt, laufen die Planungen für die Sommersonnenwende 2023 – der 1. Teil der Tour ist absolut identisch mit 2022 – vielleicht hab ich ja mal Rückenwind oder alternativ gar kein Wind. Auch werde ich wieder einen Teil der Ausrüstung nach Kühlungsborn schicken.

hier ist der aktuelle Planungsstand:

  • 360km in 23h nach Kühlungsborn
  • 480 km in 4 Abschnitten zu 100-150km bis zur polnischen Ostseeküste
  • 400 km in 2 Tagen zurück bis Wolfen

Sämtliche Übernachtungen werden wieder in der Hängematte erfolgen – zu sehr hat es sich bewährt – sowohl vom Gewicht, Volumen und vom Komfort. Auch die extreme Flexibilität spricht für die Hängematte – 2 ausreichend starke Befestigungspunkte(im Normalfall Bäume) aber auch Anderes geht. Der Untergrund ist fast egal und ist nur beim Auf- und Abbau relevant.

Aktuell wird die 1. Übernachtung auf jeden Fall zwischen Wittenbeck und Heiligendamm erfolgen – dort brauche ich keinen Platz suchen, sondern der ist mir sehr gut bekannt, geeignet und zu frühen Start ideal, denn er liegt direkt an der Route.

Alle weiteren Übernachtungen erfolgen aus außerhalb von Naturschutzgebieten, was ich relativ gut mit der App Droniq prüfen kann. Die nächste Übernachtung ist bei ca. 500 km geplant, kurz hinter Barth habe ich was Passendes gefunden – nahe am Bodden aber außerhalb eines NSG. Tagesetappe von 150 km. Da die Nächste nur 70-100km hat, kann ich flexibel entscheiden, falls sich auf dem Darß etwas ebenfalls geeignetes aufdrängt ;-). Eine weitere Option ist 30km entfernt, nördlich von Trent auf Rügen in Sichtweite zur Insel Hiddensee.

Die weiteren Stops sind noch in Planung

Definitiv wird es wird es 1 Stop im Bereich Greifswald/Wolgast geben und auf der Insel Usedom als Abschluß vor der Rückfahrt mit 400km. Diese strebe ich in 2 Tagen zu schaffen, also 2 Tage hintereinander 200km. Der Stop auf der Rückfahrt wird wohl im Bereich Liebenberg im Löwenberger Land in der Mark Brandenburg stattfinden. Sofern sich mein Fitnesszustand nicht entscheidend ändert, ist das machbar. Es wird auf alle Fälle eine neue Hammertour.

Wenn ich mir so überlege, dass 2018 eine Tagesleistung von 120- 150km das absolute Maximum waren(nach denen ich absolut platt war und auch nur mit Mühe geschafft habe), hab ich mich ganz schön gesteigert. Am Rad hat sich in der Zeit nichts grundlegendes geändert, also ist die Veränderung nur meinem geringeren Gewicht und dem Plus an Muskeln zuzuschreiben.

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Geschützt: Depp am Steuer

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Einmal Leistenbruch bitte

Nun hat es mich doch mal erwischt ich liege wieder mal im Krankenhaus. Ich habe mir irgendwie einen Leistenbruch eingefangen bin mit selbigen allerdings in Berlin mit dem Rad gewesen ( 292 km). Danach habe ich noch die Hammer Tour an die Ostsee gemacht das waren dann noch mal 800 km, dazu kamen noch diverse mehr oder weniger lange kleine Touren. Somit bin ich ca 1300 km mit dem Leistenbruch noch Rad gefahren. Folgend eine kleine Bildübersicht von dem was ich hier erlebt habe.

Die OP ist recht gut verlaufen, heute, am 28.07.2022 war Fäden ziehen angesagt. Dabei sagte der Arzt, ich soll mal 20km mit dem Rad zu fahren – das lasse ich mir nicht 2x sagen und so kam es zu einer „kleinen“ Proberunde

Das lief eigentlich besser als erhofft – 26kmh im Schnitt ist absolut ok und macht sehr optimistisch für weitere Touren – werde mich nun langsam steigern. Ich habe gefühlt nicht auf Geschwindigkeit gegangen, umso mehr überrascht bin ich.

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